Weinbaugebiet Luckau / Baruth


Weinbaugebiet Luckau / Schlieben / Baruth
- Weinbau in der Region Luckau / Schlieben / Baruth -

Dieses Weinbaugebiet begann um Luckau und zog sich von hier aus in nordwestlicher Richtung über die Landesgrenze hinaus bis nach Baruth hin. Der Weinbau bei Luckau wird erstmalig 1367 genannt. In diesem Jahr gestattete Herzog Bolko der Stadt Luckau, Weingärten zu „machen und usseczen", so viel als sie wollen, vor allem auf dem Berg, wo das Gericht steht4. Wenige Jahre darauf erteilte auch Kaiser Karl IV. der Stadt die Erlaubnis, Weingärten anzulegen und zu bearbeiten und den Bürgern die Freiheit, den gewonnenen Wein in ihren Häusern, jedoch nicht im Stadtkeller, ohne Satzung des Rates zu verschänken. Diese Luckauer Weinberge, die in den folgenden Jahrhunderten noch mehrfach erwähnt werden, lagen auf den heute noch „Weinbergs-Äcker" genannten Hügeln im Westen der Stadt. 1835 war der Weinbau schon verschwunden, angeblich ist er bereits im Dreißigjährigen Kriege eingestellt worden5. Aber auf dem unmittelbar nördlich der Luckauer Altstadt gelegenen Schlossberg wurde noch in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts Weinbau betrieben. Diese Anlage war damals von dem Bürgermeister Passerini bzw. seinen Nachkommen neu angelegt worden. In guten Weinjahren wurden hier 5-8 Viertel6 Wein erbaut. Der Weinbau hielt sich hier bis zum Jahre 1802. Als damals die Reben größtenteils erfroren, wurden sie durch mehrere 100 junge Obstbäume ersetzt7.

Westlich von Luckau lagen am Abfall des Niederlausitzer Landrückens Weinberge bei Waltersdorf und unmittelbar anschließend, jedoch schon außerhalb der Niederlausitz, bei Langengrassau und Wüstermark. Nördlich von Luckau gab es Weinberge bei Karche. Gießmannsdorf. Rüdingsdorf, Zieckau, Paserin, Kreblitz, Zauche, Kümmritz, Liedekahle, Krossen, Jetzsch, Drahnsdorf, Hohendorf, Se!lendorf, Landwehr und Alt-Golßen, an die sich jenseits der Landesgrenze weitere Weinberge bei Mahlsdorf und Klasdorf sowie das recht ausgedehnte Rebengelände bei der Stadt Baruth anschlossen8. Im Nordwesten hat die Niederlausitz noch Anteil an dem Weinbaugebiet von Teupitz, das von dem Luckau-Baruther Gebiet durch die breite Niederung des Baruther Urstromtales geschieden wird. Es handelt sich um zwei Weinberge bei Oderin, wo noch 1852 15 Morgen Weinbauflächen verzeichnet sind und um einen Weinberg bei Briesen. Auf dem Weinberg der ehemaligen niederlausitzer Exklave Zesch, der Standesherrschaft Baruth zugehörig, hat sich der Weinbau sogar bis 1945 gehalten, noch 1957 waren dort verwilderte Weinreben anzutreffen14.

Kaffeemarke mit alten Stadtwappen von Baruth, Lausitzer Weinfreunde
- altes Stadtwappen von Baruth -

Die meisten dieser Weinberge sind lediglich durch entsprechende Flurnamen belegt. Der Zieckauer Weinberg wird bereits 1565 in einem Lehnbrief genannt9. Der Hohendorfer Weinberg war in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts im Besitze des General -Superintendenten Hutten, welcher der Lübbener Kirche zu verschiedenen Malen mehrere Viertel selbstgewonnenen Wein schenkte10.

Ein Teil dieser Weinberge war in der 1. Hälfte des 19. Jahrhunderts bereits verschwunden. 1831 wurde, nach einem ungünstigen Weinjahr, der Paseriner Weinberg aufgelassen11. 1864 waren hier noch die Weinberge von Alt-Golßen, Drahnsdorf, Krossen, Landwehr, Sellendorf, Kümmritz und Zieckau in Nutzung12. Am längsten hielt sich der Weinbau in Krossen. Hier wurde noch bis zum ersten Weltkrieg unter dem Besitzer Landrat v. Manteuffel ,,ein etwas erdig und sauer schmeckender Wein" gekeltert13, später die Trauben aber nur noch als Obst genutzt. Nach dem Tode Manteuffels (1927) ging der Weinbau dann endgültig ein.

Die sich westlich an das Luckauer Gebiet anschließende Hochfläche des Niederen Fläming war nahezu frei von Weinbergen. Ein Weinberg lag nördlich von Kemlitz. Der benachbarte kleine Weinberg auf dem Siebschen Berg östlich von Dahme war schon 1723 verschwunden. Jenseits der niederlausitzer Grenze gab es ferner einzelne Weinberge bei Petkus, Schmielickendorf und Stülpe.